Hausstaubmilben und Allergene in der Wohnung reduzieren
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Hausstaubmilben kommen vor allem in Betten, Teppichen und Polstermöbeln vor. Wer ihre Belastung wirksam reduzieren möchte, sollte deshalb zunächst im Schlafzimmer ansetzen. Entscheidend sind außerdem ein geeignetes Raumklima und die regelmäßige Entfernung von Staub, in dem sich Milbenallergene sammeln.
Lassen sich Hausstaubmilben vollständig beseitigen?
Nein. Eine normale Wohnung lässt sich nicht vollkommen frei von Hausstaubmilben halten. Sinnvoller ist es, ihre Zahl zu verringern, die Allergenbelastung zu senken und den Kontakt damit möglichst gering zu halten.
Auch das deutsche Umweltbundesamt empfiehlt, die Lebensbedingungen für Milben möglichst ungünstig zu gestalten und Staub, der ihre Allergene enthält, regelmäßig zu entfernen.
Hausstaubmilben und Milbenallergene sind nicht dasselbe
Hausstaubmilben sind winzige Spinnentiere, die sich hauptsächlich von abgestorbenen Hautschuppen ernähren. Allergische Reaktionen werden jedoch in erster Linie durch Eiweißstoffe im Kot und in den Körperbestandteilen der Milben ausgelöst – nicht durch die Tiere selbst.
Milben abzutöten reicht deshalb nicht aus. Ihre Rückstände können weiterhin in Matratzen, Teppichen und Hausstaub verbleiben und beim Ausschütteln der Bettwäsche oder durch Bewegung im Raum wieder in die Luft gelangen.
Wirksam ist deshalb nur die Kombination aus zwei Maßnahmen: Die Vermehrung der Milben sollte möglichst eingeschränkt und allergenhaltiger Staub regelmäßig entfernt werden.
Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten Bereiche
Beginnen Sie dort, wo Milben besonders günstige Bedingungen finden: Wärme, Feuchtigkeit, Hautschuppen und textile Materialien.
- Matratzen, Kopfkissen, Bettdecken und Bettwäsche
- Luftfeuchtigkeit und Lüftung im Schlafzimmer
- Teppiche, Böden und Polstermöbel
- Vorhänge, Kissen und Stofftiere
Das Bett sollte dabei an erster Stelle stehen. Dort finden Milben besonders gute Lebensbedingungen, gleichzeitig befinden sich ihre Allergene jede Nacht über viele Stunden in unmittelbarer Nähe von Gesicht und Atemwegen.
Hausstaubmilben in Bett und Bettwäsche reduzieren
Eine konsequente Routine bei der Reinigung von Bett und Bettwäsche ist meist sinnvoller als gelegentliche aufwendige Reinigungsaktionen in der gesamten Wohnung.
Bettwäsche bei geeigneter Temperatur waschen
Waschen Sie Bettlaken, Kopfkissen- und Bettbezüge regelmäßig bei mindestens 60 °C, sofern das Pflegeetikett dies zulässt. Bei dieser Temperatur werden viele Milben abgetötet und gleichzeitig Allergene aus dem Gewebe entfernt.
Beachten Sie dabei immer die Pflegehinweise des jeweiligen Textils. Textilien, die keine 60 °C vertragen, können gegebenenfalls eingefroren werden. Dadurch lassen sich zwar Milben abtöten, die Allergene bleiben jedoch zunächst im Stoff. Anschließend sollte das Textil daher trotzdem gewaschen werden.
Lassen sich bestimmte Textilien nicht ausreichend reinigen und verursachen weiterhin Beschwerden, kann ein Austausch oder eine professionelle Reinigung sinnvoll sein.
Milbendichte Bezüge für Matratzen und Kissen verwenden
Milbendichte Schutzbezüge, sogenannte Encasings, umschließen Matratzen und Kissen vollständig. Sie verringern den Kontakt mit bereits vorhandenen Allergenen und erschweren den Milben zugleich den Zugang zu Hautschuppen.
Achten Sie auf dicht gewebte Bezüge, die ausdrücklich zum Schutz vor Hausstaubmilben vorgesehen sind. Sie sollten Matratze oder Kissen vollständig umschließen und gleichzeitig so angenehm sein, dass sie dauerhaft verwendet werden können.
Waschen Sie die Bezüge entsprechend den Angaben des Herstellers.
Encasings ersetzen allerdings nicht die übrige Betthygiene. Die Bettwäsche darüber sollte weiterhin regelmäßig heiß gewaschen werden.
Feuchtigkeit aus dem Bett entweichen lassen
Während des Schlafens geben Menschen Wärme und Feuchtigkeit ab. Statt das Bett direkt nach dem Aufstehen vollständig zu machen, kann es sinnvoll sein, die Bettdecke zunächst zurückzuschlagen und Matratze sowie Bettzeug auslüften zu lassen.
Auch von unten sollte die Matratze möglichst gut belüftet sein. Materialien, die Feuchtigkeit stauen, sollten deshalb nicht direkt darunter gelagert werden.
Waschbare Schlafkleidung kann zusätzlich dazu beitragen, dass weniger Hautschuppen unmittelbar in die Bettwäsche gelangen.
Das Raumklima für Hausstaubmilben ungünstiger machen
Hausstaubmilben fühlen sich besonders in warmer, feuchter Umgebung wohl. Ein eher kühles und nicht zu feuchtes Raumklima kann ihre Vermehrung daher verlangsamen – vor allem im Schlafzimmer.

Schlafzimmer kühl und nicht zu feucht halten
Für Menschen mit Hausstaubmilbenallergie wird häufig eine Schlafzimmertemperatur von etwa 18 bis 20 °C empfohlen. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte nach Möglichkeit unter 50 Prozent liegen.
Luftbefeuchter und viele Zimmerpflanzen können problematisch sein, wenn sie die Luftfeuchtigkeit dauerhaft erhöhen.
Bestehen bereits Feuchtigkeitsprobleme, Kondenswasser oder Schimmel, sollte allerdings die eigentliche Ursache behoben werden. Nur die Raumtemperatur zu senken reicht in solchen Fällen nicht aus.
Richtig lüften, ohne zusätzliche Feuchtigkeit hereinzuholen
Öffnen Sie die Fenster besser für kurze Zeit vollständig, damit feuchte Raumluft schnell ausgetauscht wird. Gerade in der kalten Jahreszeit ist dieses Stoßlüften meist sinnvoller, als ein Fenster über viele Stunden gekippt zu lassen.
Entscheidend ist jedoch auch das Wetter. Lüften funktioniert besonders gut, wenn die Außenluft trockener ist als die Luft im Raum.
An warmen, schwülen Tagen kann langes Lüften die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung dagegen sogar erhöhen. Orientieren Sie sich deshalb an den aktuellen Bedingungen und, wenn möglich, an konkreten Feuchtigkeitswerten.
Luftfeuchtigkeit messen statt schätzen
Ein einfaches digitales Hygrometer zeigt, ob die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer regelmäßig zu hoch liegt.
Platzieren Sie das Gerät nicht direkt neben einem Heizkörper, am Fenster oder in direkter Sonne, damit die Messwerte möglichst repräsentativ für den Raum sind.
Prüfen Sie die Luftfeuchtigkeit zu unterschiedlichen Tageszeiten, etwa morgens nach dem Schlafen oder nachdem geduscht, gekocht oder Wäsche in der Wohnung getrocknet wurde.
Bleibt die Luft dauerhaft zu feucht, kann es nötig sein, häufiger oder anders zu lüften, das Heizverhalten anzupassen oder Feuchtigkeitsquellen im Alltag zu reduzieren. In manchen Wohnungen kann auch ein Luftentfeuchter helfen. Bauliche Ursachen wie undichte Stellen oder andere Feuchtigkeitsprobleme sollten jedoch behoben werden – ein Luftentfeuchter ist dafür kein Ersatz.
Milbenallergene von Böden und Polstermöbeln entfernen
Beim Putzen geht es vor allem darum, allergenhaltigen Staub zu entfernen. Welche Methode geeignet ist, hängt von der jeweiligen Oberfläche ab. Gleichzeitig sollte möglichst wenig Staub aufgewirbelt werden.
Harte Böden und Oberflächen feucht reinigen
Wischen Sie Hartböden, Regale, Fußleisten und andere glatte Oberflächen mit einem feuchten Tuch oder Mopp ab. Beim Staub entfernen hilft die Feuchtigkeit dabei, Partikel zu binden und unnötiges Aufwirbeln zu vermeiden.
Das Tuch sollte dabei gut ausgewrungen sein. Oberflächen müssen nicht nass zurückbleiben.
Arbeiten Sie am besten von oben nach unten und reinigen oder wechseln Sie anschließend das Tuch, damit Allergene nicht in andere Räume weitergetragen werden.
Teppiche regelmäßig saugen – Staubsaugen allein reicht gegen Milben aber nicht aus
In Teppichen sammelt sich Staub, der Milbenkot und andere Bestandteile der Milben enthalten kann. Regelmäßiges Staubsaugen entfernt lose Partikel von der Oberfläche.
Milben, die tief in Matratzen oder anderen Textilien sitzen, lassen sich dadurch jedoch nicht zuverlässig beseitigen.
Regelmäßiges Saugen ist daher sinnvoller als eine seltene, besonders intensive Grundreinigung. Ein Staubsauger für Allergiker mit einem guten Abluftfilter kann außerdem verhindern, dass ein großer Teil des Feinstaubs wieder in den Raum gelangt.
Menschen mit einer nachgewiesenen Hausstaubmilbenallergie können den Raum während des Staubsaugens verlassen oder die Reinigung nach Möglichkeit von einer nicht betroffenen Person übernehmen lassen.
Wer die Bodenreinigung regelmäßig erledigen möchte, kann sie auch mit einem Saugroboterautomatisieren.
Der ANKER eufy Saug- und Wischroboter HydroJet E35 erreicht eine Saugleistung von bis zu 35.000 Pa und nimmt Staub sowie lose Partikel von Hartböden und Teppichen auf. Sein fünfstufiges Filtersystem hält feine Partikel zurück, bevor die Abluft wieder in den Raum gelangt.
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Erkennt der E35 einen Teppich, hebt er seine Wischwalze an und passt die Reinigung entsprechend an. Wird der Saugroboter eingesetzt, wenn sich niemand im Raum befindet, lässt sich außerdem der direkte Kontakt mit aufgewirbeltem Staub reduzieren.
Die Bodenreinigung ist jedoch nur ein Teil der Maßnahmen gegen eine hohe Allergenbelastung. Ebenso wichtig bleiben die regelmäßige Pflege der Bettwäsche und eine möglichst niedrige Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer.
Vorhänge, Polster und waschbare Textilien reinigen
Waschen Sie Vorhänge, Kissenbezüge, Decken, Tierdecken und Stofftiere entsprechend den jeweiligen Pflegehinweisen. Wenn das Material dafür geeignet ist, sind 60 °C empfehlenswert.
Nicht waschbare Polstermöbel können mit einem passenden Staubsaugeraufsatz gereinigt werden. Fahren Sie dabei langsam über Nähte und Vertiefungen, da sich dort besonders häufig Staub sammelt.
Bei der Dampfreinigung ist dagegen Vorsicht geboten. Bleibt anschließend zu viel Feuchtigkeit im Material zurück, können dadurch günstige Bedingungen für Milben oder sogar Schimmel entstehen.
Schwer zu reinigende Staubfänger reduzieren
Schwere Vorhänge, hochflorige Teppiche, offen gelagerte Textilien und zahlreiche Dekokissen bieten viel Fläche, auf der sich Staub sammeln kann.
Wer einen Teil davon entfernt, erleichtert die regelmäßige Reinigung erheblich.
Praktischer sind waschbare Vorhänge, kurzflorige Teppiche und geschlossene Aufbewahrungsmöglichkeiten. Auch bei Stofftieren im Kinderzimmer kann es helfen, die Zahl überschaubar zu halten und sie regelmäßig abwechselnd zu reinigen.

Wenn Maßnahmen im Haushalt nicht ausreichen
Veränderungen in der Wohnung können die Allergenbelastung reduzieren. Bestehen jedoch eine ausgeprägte Allergie oder zusätzliche Atemwegserkrankungen, können die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen weiter auftreten.
Mögliche Symptome einer Hausstaubmilbenallergie erkennen
Typische Beschwerden sind Niesen, eine verstopfte oder laufende Nase, juckende oder tränende Augen, Husten und Reizungen im Hals.
Häufig fallen die Symptome nachts oder morgens besonders stark auf, weil der Kontakt mit Milbenallergenen im Bett besonders intensiv ist.
Pfeifende Atemgeräusche, ein Engegefühl im Brustkorb oder Atemnot können auf Asthma hinweisen und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Ähnliche Beschwerden können allerdings auch durch Pollen, Haustiere, Schimmel, Infektionen oder andere Reizstoffe ausgelöst werden.
Anhaltende Beschwerden ärztlich abklären lassen
Treten die Symptome das ganze Jahr über immer wieder auf, beeinträchtigen sie den Schlaf oder bessern sie sich trotz sinnvoller Maßnahmen im Haushalt nicht, ist eine ärztliche Abklärung empfehlenswert.
Anhand der Krankengeschichte sowie eines Haut- oder Bluttests lässt sich untersuchen, ob tatsächlich Hausstaubmilbenallergene für die Beschwerden verantwortlich sind.
Auch das deutsche Gesundheitsportal empfiehlt, einen Verdacht auf eine Hausstaubmilbenallergie medizinisch abklären zu lassen, statt sich allein an den Symptomen zu orientieren.
Bei Atemnot oder einer deutlichen Verschlechterung bestehender Asthmabeschwerden sollte zeitnah ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Maßnahmen gegen Allergene mit einer geeigneten Behandlung kombinieren
Maßnahmen im Haushalt können die Belastung durch Allergene verringern, ersetzen aber keine medizinische Behandlung.
Je nach Diagnose kommen unter anderem Antihistaminika, kortisonhaltige Nasensprays, Kochsalzspülungen oder andere ärztlich empfohlene Medikamente infrage.
Bei einer bestätigten Hausstaubmilbenallergie kann für manche Betroffene auch eine spezifische Immuntherapie sinnvoll sein. Ob sie infrage kommt und wie lange die Behandlung dauert, sollte mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer allergologischen Fachpraxis besprochen werden.
Fazit
Eine vollständig milbenfreie Wohnung ist im Alltag kaum erreichbar. Sinnvoller ist es, die Belastung so weit wie möglich zu reduzieren.
Beginnen Sie bei Bettwäsche und Matratze, achten Sie auf eine nicht zu hohe Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer und entfernen Sie regelmäßig Staub. Auch Böden, Teppiche und Polstermöbel sollten regelmäßig gereinigt werden, ohne dabei unnötig viel Staub aufzuwirbeln.
Bleiben die Beschwerden trotz dieser Maßnahmen bestehen, sollten sie ärztlich abgeklärt werden. So kann die Allergenbelastung im Alltag gezielt reduziert und bei Bedarf durch eine geeignete medizinische Behandlung ergänzt werden.
FAQ
Kann man Hausstaubmilben mit bloßem Auge sehen?
Nein. Hausstaubmilben sind meist nur etwa 0,2 bis 0,4 Millimeter groß und mit bloßem Auge kaum eindeutig zu erkennen.
Sichtbarer Staub sagt außerdem nichts darüber aus, wie viele Milben sich tatsächlich in einem Raum befinden.
Beißen Hausstaubmilben Menschen?
Nein. Hausstaubmilben ernähren sich hauptsächlich von abgestorbenen Hautschuppen. Sie beißen Menschen nicht und leben auch nicht auf dem menschlichen Körper.
Allergische Reaktionen werden vielmehr durch Bestandteile ihres Kots und ihrer Körper ausgelöst.
Bedeutet das Vorkommen von Hausstaubmilben, dass eine Wohnung schmutzig ist?
Nein. Hausstaubmilben kommen auch in regelmäßig gereinigten Wohnungen vor.
Wie stark sie sich vermehren, hängt vor allem von Wärme, Luftfeuchtigkeit, vorhandenen Textilien und dem Angebot an Hautschuppen ab – nicht davon, ob eine Wohnung allgemein ordentlich oder sauber ist.
Warum sind Beschwerden durch Hausstaubmilben im Herbst und Winter oft stärker?
Während der warmen und feuchteren Monate können sich Milben stärker vermehren. Später zerfallen abgestorbene Milben und ihre Ausscheidungen, sodass Allergene in den Hausstaub gelangen.
Im Herbst und Winter halten sich Menschen außerdem häufiger in Innenräumen auf. Gleichzeitig kann während der Heizperiode mehr Staub aufgewirbelt werden, wodurch die Belastung zusätzlich zunimmt.
Kann ein Luftreiniger Bettwäschepflege und regelmäßiges Putzen ersetzen?
Nein. Ein Luftreiniger kann einen Teil der frei in der Luft schwebenden Partikel herausfiltern. Viele Milbenallergene befinden sich jedoch in Matratzen, Bettwäsche, Teppichen und abgelagertem Staub.
Regelmäßiges Waschen der Bettwäsche, die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit und die Reinigung von Oberflächen setzen deshalb direkter an den wichtigsten Allergenquellen an.